Jeder Hund ist anders, genau wie wir Menschen. Manche sind unbeschwert fröhlich, neugierig und aufgeschlossen, andere sind schüchtern oder gar ängstlich, haben nichts Schönes bisher erleben dürfen. Bei Ihnen dauert die Eingewöhnungszeit etwas länger - wie lange kann man nur schätzen, eine Garantie kann es nicht geben, wenn sich das Umfeld der Tiere ändert.
.. ob man es gut mit mir meint?
Besonders in den ersten Tagen nach ihrer Ankunft im neuen Zuhause ist die Gefahr gross, dass ihr Hund entlaufen kann, deshalb hier ein paar Tipps und Überlegungen:
manche Tierschutzhunde, besonders die aus dem Ausland, haben noch nie ein Haus betreten, sind vielleicht sogar weggejagt worden? Sie haben nicht viel in ihrem Leben kennengelernt und beinahe alles ist neu für sie und noch nicht einschätzbar, ob man es gut mit Ihnen meint?
Die Neuankömmlinge stehen meist unter Stress, eine Bindung zu ihren neuen Menschen gibt es noch nicht und sie vermissen mit Sicherheit auch Ihre vertrauen vier- oder auch zweibeinigen Freunde. Deshalb sollte man in den ersten Tagen nach Einzug des Hundes einfühlsam und ganz besonders vorsichtig sein! Man kann einfach nicht voraussehen, vor welchen Geräuschen oder vor welchen Situationen sich ihr Hund erschrecken kann: entgegenkommende Hunde, rennende Menschen, Regenschirme, Lastwagen, Zug, Motorengeräusche, ein Plastikbecher auf der Strasse, .... es gibt unzählige Möglichkeiten.
.... alles ok, mir geht es jetzt richtig gut!
Falls Ihr Hund z.B. am Flughafen oder einem Transporter nach einer langen Reise, ankommen sollte, ist er meist sehr aufgeregt, unsicher oder gar ängstlich. Deshalb ist es am sichersten, Sie den Hund in der Box und fahren nach Hause.
Dort angekommen, stellen Sie die Box an eine ruhige Ecke und öffnen sie, stellen Wasser und Futter davor und warten einfach ab. Der Neuankömmling wird früher oder später auf Erkundungstour gehen, zum Wassernapf in der Nähe, zu einem Leckerchen, zu Ihnen.
Das Plätzchen, Körbchen oder Decke, welches Sie für den Hund vorbereitet haben, sollte immer an einem geschützen Platz sein, wo er sich zurückziehen kann und seine Ruhe findet. Auch für die Kinder sollte dieser Platz tabu sein.
Lassen Sie unbedingt die ersten Tage das Halsband/ Geschirr an, notfalls auch eine kürzere Leine, auch in der Wohnung an und achten Sie immer auf den Hund, wenn die Haustür geöffnet wird!
Bewegen Sie sich ruhig in der Wohnung, schauen dem Hund nicht direkt in die Augen, füttern Sie ihn die ersten Tage aus der Hand um eine Bindung zu Ihnen aufzubauen.
Bald wird der Neuankömmling spüren, dass Sie es gut mit ihm meinen und Vertrauen gewinnen. Lassen Sie ihn von sich aus "kommen", wenn er sich bereit dazu fühlt. Überschütten Sie ihn nicht sofort mit Liebe und Aufmerksamkeit.
Haben Sie Geduld, schenken Sie ihm Zeit!
für sie war auch ein 1,50m hoher Zaun, kein Problem
Wenn Sie dann mit ihrem Hund in den Garten gehen möchten, bitte ausschließlich an der Leine und gutsitzendem Halsband und Geschirr, auch nicht unbeaufsichtigt, Zäune werden leicht überschätzt. Sie zu überwinden, ist für die meisten Hunde ein leichtes Spiel, auch ein Loch ist schnell unter dem Zaun gegraben.
Vor dem ersten Gassigehen sollte man das Halsband nochmals überprüfen, ob es eng genug um den Hals liegt, damit sich der Hund keinesfalls rauswinden
kann, wenn er sich erschreckt und zurückspringt! Nicht nur, besonders ängstliche Hunde, sollten durch ein Geschirr unbedingt zusätzlich gesichert
werden! Je nachdem welche Vorgeschichte der Hund hatte, ist auch das eine große Herausforderung, denn die meisten Hunde kennen weder Halsband noch ein Geschirr.
In den ersten Wochen sollte ihr Hund immer an der Leine laufen, bis er eine enge Bindung zu Ihnen eingegangen ist und er auf seinen Namen hört. Leider entlaufen immer wieder Hunde, weil sie zu früh freigelassen werden. Sind die Tiere einmal weggelaufen, irren dann oft tage- und nächtelang hilflos, hungrig, frierend, in der noch unbekannten Umgebung herum und werden schlimmstenfalls überfahren.
danke!!! für mein neues, glückliches Leben!
Gewohnheiten und Rituale, wiederkehrende Abläufe zu denselben Zeiten, geben den Hunden Sicherheit und Orientierung und stärken ihr Gefühl, zum neuen "Rudel" dazuzugehören.
Gehen Sie anfangs immer die selbe Gassirunde. Etwas Vertrautes zu riechen, zu sehen, zu kennen beruhigt und Ihr Schützling weiss, alles ist gut . Bald wird er schnuppernd und wedelnd neben Ihnen gehen.
Überfordern Sie den Hund nicht durch zusätzlichen Stress wie unnötige Besuche. Halten Sie die Kinder zurück, auch wenn es verständlicherweise schwer fällt. Einen Hund
zubedrängen, auch räumlich, erschwert die Eingewöhnung.
Setzen Sie Ihrem Schützling von Anfang an klare Regeln und vermitteln sie ihm was bei Ihnen zu Hause tabu ist und was erlaubt, aber belohnen Sie richtiges
Verhalten.
Lassen Sie ihn auch mal ein paar Minuten allein. Erst 2 Min., dann 5 Minuten, 10, 30, ... verlassen Sie die Wohnung oder das Haus ohne grossen Abschied, dann weiß Ihr Hund, alleine- bleiben ist normal und meine "neue Bezugsperson" kommt ja wieder.
Vertrauen und Sicherheit ist die Basis für ein glückliches Zusammenleben und Ihr Hund wird es Ihnen 1000fach danken.
Wenn Sie den Pass des Hundes (mit seiner, darin eingetragenen Chipnr.) bei der Übergabe erhalten haben, ist es sehr empfehlenswert ihn, sobald wie möglich registrieren
zu lassen, falls es nicht schon durch den Verein geschehen sein sollte.
Bei tasso.net oder registrier-dein-tier.de ist das kostenlos und
online möglich. So kann ihr Tier schnell wiedergefunden werden, wenn er doch einmal entlaufen ist.
Noch ein Tipp: lassen Sie noch vor (!) der Ankunft ihres Hundes mindestens eine Hundemarke anfertigen mit Ihrer eigenen Tel./ handynummer.
Befestigen Sie die Marke sofort am Halsband und am Geschirr mit dem Sie Ihren Hund abholen möchten, bzw. dass der Hund in den ersten Tagen tragen wird.