Gabriels Geschichten | weg war
ich
Wieder mal in Österreich, diesmal im Herbst auf einem Berg bei
Salzburg.
Frauchen, Medi (die gab es jetzt auch bei uns) und meine Wenigkeit
auf Bergtöurchen - ein schöner Spaziergang bei Traumwetter.
Nach einigen Stunden, schon auf dem Rückweg durch den Wald, wurde
der Weg sehr eng, steinig, steil und war mit Wurzeln gespickt. Da
auch Medi, mit ihrem ausgeprägten Jagdtrieb, den ganzen Tag "wie
eine eins" brav gefolgt hatte, wurde auch sie abgeleint: Und
weg waren wir!!!! Wie die Blitze, immer bergab.
Nach 10 Minuten kam Medi zurück zu Frauchen, zuverlässig,
wie immer.
Ich jedoch, hatte etwas in der Nase. Von der Konkurrenz, denn Jagdtrieb
habe ich kaum - ich renne immer nur aus Spaß mit.
Jedenfalls gab es reichlich zu schnuppern, Anlass genug die Gegend
zu erkunden und so ging es bergauf und bergab, die Zeit verging und
Frauchens Stimme, die permanent nach mir rief, auch.
Das Salzburger Tierheim war schon informiert und Herrchen bei der
Arbeit auch, Panik machte sich breit - allein die Vorstellung ohne
mich nach Hause fahren zu müssen!!
Stunden später, ein Anruf auf dem handy brachte die Erlösung:
"Vermissen Sie einen Hund? Er hat sich uns angeschlossen, ganz
lieb ist er!"
Das war 5 Min. vom Hotel entfernt (wo man mich dann auch ablieferte)
und 1,5 Std. Laufzeit von der Stelle wo ich "abhanden gekommen
war" und hauptsächlich gesucht wurde. Hatte sich doch meine
Namensplakette mit handynummer einschließlich der Ländervorwahl
wieder einmal bezahlt gemacht.
Die Wiedersehensfreude war groß, mein schlechtes Gewissen erstaunlicherweise
auch.
Am nächsten Tag ging es zu viert auf den Berg, weil es so schön
da oben war.
Nach 10 Minuten kam uns eine Frau mit einem Setter entgegen. "Hallo",
sagte sie und zeigte auf mich, "ihn kenn ich ja schon. Wir haben
uns gestern schon angefreundet!"
Weiter ging es. Wir kamen an einem kleinen Bergrestaurant vorbei.
Der Kellner stand vor der Tür. "Den kenne ich ja schon!"
rief er, als er mich sah. "Ich habe ihn gestern aus der Küche
geholt. Ich gab ihm noch Wasser, dann zog er weiter seines Weges."
Anschließend trafen wir noch ein Paar, das mich erkannte. Angeblich
sei ich hoch in Richtung der Bergziegen gelaufen. Na ja, Bergziegen
hatte ich keine gesehen, man kann sich ja nicht um alles kümmern,
doch überall bekannte Gesichter treffen, das mochte ich immer
schon.
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