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Gabriels Geschichten Pommes und Mayo

Nach bald vier Wochen in Allemagna war alles noch sehr aufregend und neu für mich. Es gab so viel zu entdecken und ängstlich bin ich ja nie gewesen.
Eines Tages in der in der S- Bahn, auf dem Weg zur anderen Rheinseite, hörte ich plötzlich sehr vertraute Klänge. Spanisch wurde gesprochen, meine Öhrchen spitzen
Gabri
sich auffällig und ich musste doch mal genau hinsehen, wer da aus meiner Heimat war. Kinder waren es, wenn sie wüssten, dass ich sie verstanden habe!

In der Düsseldorfer Altstadt angekommen, auf dem Weg zu Freunden, ging es dann dem Rheinufer entlang. Eine Allee an sich, ist ja schon eine kommunikative Herausforderung für mich, aber auch die anderen Gerüche waren ein Hit, besonders einer: Pommes und Mayo!

Die Tüte war in der Hand einer Dame, die es sich auf einer Bank bequem gemacht hatte. Da musste ich doch mal nachsehen, ob auch für mich etwas übrig war?
So schnell konnte keiner reagieren, meine Schnauze war auf Inspektion in der Pommes-Tüte - erfolgreich!!!

Ein kurzer Schreck bei allen Beteiligten, kurze Stille, Erklärungsversuche, Lachen und Kopfschütteln. So ungefähr war die Reihenfolge was daraufhin geschah.
Aber wahrscheinlich ist so etwas auch nicht üblich hierzulande, wo einem Hund täglich, ganz sicher, sein Napf gefüllt wird! Daran muss ich mich wohl auch erst gewöhnen.
Gabri

Doch vorher ist es noch mal, 3 Tage später, bei mir aufgetaucht, der Zweifel, ob das ein Paradies für immer ist?

Wir waren in einer Kneipe am Abend, es war ja bald Sommer. Biertische vor der Tür, man traf sich, quatschte und verabschiedete sich, traf noch mal jemanden, blieb stehen,…und da lagen sie nun: die Knöchelchen, schön drapiert auf einem Teller - vom Huhn, wohlriechende Beute! Und schon waren sie meins, lecker!!!!

Das war aber auch dann mein so ungefähr mein letzter Raubzug auf den Tischen der Zweibeiner. Bald hatte ich verstanden, dass ich keine Angst mehr zu haben brauche, mit leerem Magen schlafen zu müssen.
Auch aus dem Napf trinke ich jetzt, nicht mehr nur aus Klos und Untersetzern.
Die Leute lachen auch nicht mehr, wenn sie mich sehen und sagen, ich sehe aus wie ein Streuner oder Strassenköter - nach einem halben Jahr ungefähr bezeichnete man mich sogar als hübsch (!!?!), ich hätte mich gemausert!

Unbegreiflicherweise gibt es leider gibt es keine Fotos aus dieser Zeit von mir, auch Internet war damals noch nicht aktuell, es ging alles so schnell.
Von Tierschutz hatte Frauchen damals keinen blassen Dunst, sie wollte nur "einen armen Hund", wenn einen Hund und das war ich ja auch.
Nun wünsche ich mir sehr, dass noch sehr viele meiner heimatlosen Kumpels soviel Glück im Leben haben!

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