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Aktuelles  |  Reisebericht einer Kroatien - Urlauberin oder wie man auch unterwegs helfen kann, wenn man nicht wegsieht, wenn ein Tier Hilfe braucht

Gerade sind wir in Dubrovnik angekommen, es liegen wieder ereignissreiche Tage hinter uns.
In Monte Negro haben wir am Platz eine Hündin entdeckt, sie hinkt. Der Campingplatzchef hat selber 3 Hunde und nennt sie nur abwertend den Hinkehund. Der ist schon eine Weile hier und ab und an gibt er ihr auch etwas zu Fressen. Naja, viel ist es sicher nicht gewesen. Aber jedem am Platz ist klar, dass ist kein wilder Hund, sie ist verängstigt, sucht aber den Kontakt zum Menschen. So haben wir eine Kontaktadresse herausgefunden.
Tierhilfe Monte Negro, Renate Heimann war meine Ansprechpartnerin. Sie ist super nett und hat gesagt, wir sollen sie nach Ulcinj in die Klinik bringen und untersuchen lassen. Sie bemüht sich um einen Platz für "Ada" erst einmal hier in Monte Negro, dann geht alles seinen Gang. Auch sämtliche Kosten würde sie übernehmen. Gesagt, getan, Ada hat sich problemlos anleinen lassen. Als sie im Auto war und der Motor startete, hat sie sich gleich hingelegt. Das gibt es ja gar nicht, der Hund muss einen Besitzer gehabt haben. Sie musste für ein paar Stunden in der Klinik bleiben. Am Abend habe ich Sie mit einem netten Ehepaar vom Campingplatz abgeholt. Ihnen war Ada auch schon aufgefallen aber sie haben sich nicht getraut, den ersten Schritt zu machen. Jetzt haben sie gesehen, dass Ada absolut brav ist und beim Tierarzt sämtliche Torturen ohne ein zucken über sich ergehen lässt.
Die Tierhilfe Monte Negro hat nun ein Sorgenkind weniger.
Jetzt ist Ada bestens ausgestattet, den Wohnwagen hat sie auch schon einmal vorsichtig von innen betrachtet. Noch haben die 3 ein paar Tage Zeit bis es nach Deutschland geht.
Ach ja, Ada humpelt, weil sie eine Kugel in Hüftnähe hat, der Doktor meint ist nicht schlimm die Knochen haben nichts, aber das muss auf alle Fälle in Deutschland abgeklärt werden. Sie hat es geschafft und ein besseres, glückliches Leben wartet auf sie 2 andere Hunde, einer davon ein kleines Baby hatten weniger Glück, sie wurden heute Nacht, im Sturm, tot an unseren Strand gespült.

Ada

Diese vielen Eindrücke strengen an, einerseits freut man sich für den einen Hund, aber man sieht eben auch die vielen anderen Hunde. Ada war zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Ein paar Tage später, Neuigkeiten von Hündin Ada:

Wir haben uns in Kroatien noch einmal für ein paar Tage mit Fam. Strobl getroffen. Wir haben einen schönen Campingplatz ausgesucht und Fam. Strobl ist auch die ganze Strecke bis zu uns durchgebraust. So haben wir eine schöne Zeit verlebt. Und ich konnte mein "Findelkind" noch einmal etwas unter meine Fittiche nehmen. Aber Herr Strobl hatte wie gesagt schon ein paar Hunde und wird wohl der Erzieher sein. Seine Lebensgefährtin war ja vorher etwas skeptisch, da sie vorher nie einen Hund hatte, aber immerhin Katzen. Ada hat mittlerweile beide um den Finger gewickelt. Ist absolut umgänglich, lieb und ist perfekt, dafür, dass sie zum ersten Mal auf Reise gegangen ist. Jeder ist sofort in Adas Bann und kaum einer kann glauben, dass sie gestern erst aus Monte Negro "mitgenommen" wurde, so zivilisiert wirkt sie.
Wenn man von der Magerkeit etwas absieht, aber sie hat schon deutlich zugelegt in den letzten Tagen.

Etwas schwieriger, ich habe leider auch keine Erfahrung, gestaltet sich das Spazieren gehen im Wald, da wird Ada ab und an zum "Tier", sie ist ja ein Jagdhund und da registriert sie nur noch die Fährte, und es dauert eine Weile bis wir sie wieder '"erden" können. Ein Security Beamter am Eingang ist auch ganz fasziniert von ihr, erklärt uns nochmal die Rasse und sagt, dass sie vorzugsweise zum Wildschwein aufstöbern "benutzt" wird.

Das erklärt wohl so einiges, und Ada muss einen Besitzer gehabt haben, es ist ja sonst nichts ein Problem. Wir können mit ihr durch stark belebte Promenadenstraßen laufen, Eis essen gehen, sie legt sich daneben und schläft, wie unsere "erfahrene" Ferry. Selbst 50 laut kreischende und vorbeilaufende Kinder, veranlassen sie nicht einmal dazu, den Kopf zu heben. Absolut unauffällig, sie bleibt auch schon alleine im Wohnwagen liegen und rührt sich nicht. Das hätte ich mich, um ehrlich zu sein nicht getraut. Aber da wir abends von Fam. 'Strobl zum Geburtstagsessen eingeladen wurden (Herr Strobl wurde 60) , haben wir es einfach probiert. Wir schauten zwischendurch einmal nach ihr, alles bestens, sie akzeptiert ihren Wohnwagen, als Heimat. Sie empfängt uns jedes Mal freudig und sie ist von Haus aus stubenrein, auch geht sie nicht an Lebensmittel o. ä. keine Möbel werden verkratzt, sie hüpft nicht auf die Polster, sie liegt einfach brav auf ihrem Platz und ich glaube sie ist auch froh drumm, und möchte nicht, dass sich das so schnell ändert.

Auch ist sie nicht schreckhaft, was irgendwelche Geräusche angeht. Pferde scheint sie auch zu kennen. Und wenn wir im Dunkeln spazieren gehen und sich uns eine "Person" nähert hat sie stehts ein Schwanzwedeln für den "unheimlichen" Menschen übrig. Lediglich ins Wasser mag sie nicht gehen.

Wir bräuchten jetzt nur noch den "Ausschaltknopf" bzw. Befehl, das sie aufhört Fährte aufzunehmen. Herr Strobl hat wohl im Bekanntenkreis einen Jäger, mit dem wird er mal mit Ada Gassi gehen. Frau Strobl habe ich jedenfalls erst einmal ermutigt, am Wohnort mal im Hundeverein o.ä. vorbei zu schauen um mit Ada ein bischen Grundschule, tut beiden gut und festig, zu üben.

Nach der Verabschiedung in Kroatien, stand noch der etwas heikle Grenzüberttritt von Kroatien nach Slowenien an. Frau Heimann von der Tierhilfe Monte Negro hat uns mittgeteilt, dass es mit mehreren Hunde schon einmal Probleme geben könnte, aber bei einem in der Regel nicht. Wichtig ist, Ada muss einen Chip haben, die Tollwutimpfung wurde auch gleich vom Tierarzt ausreisefreundlich datiert. Und so bekam Ada ihren internationalen Pass aus Monte Negro, leider eben nicht den blauen EU-Pass, denn gibt es hier nicht. Aber wir haben alles getan was von Monte Negro aus geht. Jetzt hoffen wir das Beste. Familie Strobl möchte an diesem Tag bis Passau durchfahren.

Am Abend aufatmen, wir bekamen Sms, alles ok, Ada hat auch ihr Bestes gegeben, indem sie wie immer keinen Mucks von sich gab. Sie hat auch während der langen Fahrt kein einziges mal mehr brechen müssen, anscheinend hat sie sich schneller als gedacht ans Autofahren gewöhnt, ist schon erstaunlich. Auf der Fahrt nach Kroatien musste sie ja noch ein paar mal spucken, dass hat sie dann immer ganz verschämt, peinlich genau unter den bereitgestellten Küchenrollentüchern verbuddelt, so dass nichts mehr zu sehen war.

Am nächsten Tag ging dann die Reise in das eigentliche Zuhause. Wir bekamen wieder ein paar smsen: Wir sind angekommen und Ada hat sich gleich in den Wohnzinmmerteppich verliebt und ihre "provisorische" Hundedecke links liegen gelassen. Später dann, dass Ada etwas herum gejammert hat, aber ihr neues Zuhause neugierig inspiziert. Und zu guter letzt, kam die Nachricht, das es sich Ada im Ehebett gemütlich gemacht hat und das Paar gedenkt, auf der Hundedecke zu schlafen, natürlich im Scherz, aber man merkt, das Ada die nähe der beiden sucht.

Ein bischen verwöhnen tut Ada jetzt sicherlich gut, es ist schön, dass sie eine Familie gefunden hat, die sie so nimmt und akzeptiert wie sie ist und sie endlich in ihr neues Leben starten kann.

Toll, dass sie das unendliche Vertrauen in die Menschen trotzt der Widrigkeiten und der Kugel im Hüftbereich niemals verloren hat.

Wir drücken ihr jedenfalls sämtliche Daumen.

Das war jetzt erst einmal der aktuelle Bericht von Ada, ansonsten genießen wir jetzt die kroatische Sonne und ich genieße, dass die Landstriche und Küstenstraßen nicht mehr von herrenlosen Tieren bevölkert sind. Wir sind jetzt wieder in der normalen Zivilisation angekommen.

Herzliche Grüße von der Insel Krk

 

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